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Interview mit Oliver Harmel zum Thema „Outsourcing“
(veröffentlicht von erp-expo im August 2008)
Fragen an Oliver Harmel
1) Was sind im Moment die Top 5 in der Outsourcing-Hitliste im Mittelstand?
Oliver Harmel:
Die Antwort auf diese Fragen können Ihnen nur die mittelständischen Unternehmen beispielsweise im Rahmen einer Umfrage geben.
Die Anfragen die bei uns ankommen richten sich fast immer auf den Betrieb von IT-Infrastruktur. Die Unternehmen möchten die Hoheit über ihre Prozesse und Kernkompetenzen behalten, sich aber der wenig strategischen ressourcenintensiven Aufgaben entledigen. Dazu zählt der hochverfügbare Betrieb und das Management einer IT Infrastruktur basierend auf klaren SLAs.
2) Welche Outsourcing-Modelle gibt es derzeit?
Oliver Harmel:
Wir sehen auf der einen Seite die Outsourcing-Mega-Deals, bei denen ganze IT-Abteilungen bzw. zum Konzern gehörende IT-Töchter veräußert werden und auf der anderen Seite ein „Smart“-Outsourcing, bei dem einzelne Aufgaben an Spezialisten abgegeben werden.
3) Für welche Fälle eignet sich welches Modell?
Oliver Harmel:
Das erste Modell bringt kurzfristig erst einmal Cashflow für die Konzerne und soll mittelfristig auch die Kosten senken. Konsolidierung ist der Motor für diesen Ansatz.
Das zweite Modell ist eher für wachstumsorientierte Unternehmen relevant. Durch das punktuelle „smarte“ Outsourcing erschließen sich diese Unternehmen Know-how und Ressourcen in Bereichen, in denen diese sonst nur mühsam und langwierig aufgebaut werden könnten. Dadurch gewinnen diese Unternehmen enorm an Dynamik. Es ist besonders für den Mittelstand geeignet, der dadurch seine Wettbewerbsvorteile in den Nischenmärkten ausbauen kann.
4) Werden sich diese Modelle in naher Zukunft ändern? Wenn ja, wie sieht das Outsourcing der Zukunft aus?
Oliver Harmel:
Speziell das zweite Modell wird sich noch verfeinern. Dies geht sowohl einher mit einem deutlich steigenden Anteil an verfügbaren Managed und On-Demand Services in granularer Form als auch mit einer veränderten Rolle der Kernbereiche der IT. Dieser Teil der IT wird vermehrt zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie, um neue Geschäftsmodelle zeitnah umsetzen zu können.
5) Glauben Sie, dass Software as a Service / On Demand die Zukunft gehört? Wenn ja, warum?
Oliver Harmel:
SaaS ist speziell für den Mittelstand ein solches granulare Tool, bei dem der Nutzen im Vordergrund steht und Implementierungsfragen der Vergangenheit angehören. Es ist vielmehr an den Unternehmen abzuwägen, ob die am Markt verfügbaren Angebote helfen die IT-Strategie umzusetzen. In vielen Fällen werden sie bereits jetzt fündig werden und mit einer enormen Geschwindigkeit ihre Strategie umsetzen können. Umso mehr spielt also auch die Wahl des Partners für das outsourcen von geschäftskritischen Daten eine zunehmend wichtigere Rolle.


