Managed Hosting for Dynamic Enterprises
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01 Februar 2009

Fragen und Antworten Hosting-Services für den Mittelstand

1. Was bedeutet es, IT-Komponenten einem Hoster zu überlassen? Was sind dabei die wesentlichen Vor- und Nachteile? Wie rechnet sich das Hosting für die Kunden?

Oliver Harmel, Sales & Marketing Director Central Europe bei NTT Europe Online: Bei der Auslagerung von IT-Aufgaben spielt recht oft das Motiv der Kosteneinsparung eine Rolle. Der externe Dienstleister kann die benötigten Leistungen preiswerter erbringen als die interne IT-Abteilung, so die Erwartung. Geringere Kosten im laufenden Betrieb sind in der Tat ein überzeugendes Argument beim Outsourcing von IT-Aufgaben. In mittelständischen Unternehmen aller Branchen kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die eng begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen für die Bereitstellung und den Betrieb einer hochverfügbaren und topaktuellen IT-Infrastruktur. Steht gar ein Generationswechsel bei den eingesetzten Applikationen an oder soll eine völlig neue Lösung eingeführt werden, schauen sich die Mittelständler verstärkt nach Alternativen um. Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile des Outsourcings sollten Unternehmen vor dem Hintergrund ihrer individuellen Situation einige grundlegende Fragen für sich beantworten: Welche Kosten verursachen Anschaffung und Betrieb einer internen Serverlösung? Welche Applikationen sollen gehostet werden? Welche Anforderungen an Bandbreite, Verfügbarkeit oder Flexibilität gibt es? Welche Erfahrungen hat ein möglicher Partner? Gibt es ähnliche Szenarien, die er bereits abdeckt? Ganz wichtig: Wie sicher sind die Daten und Applikationen untergebracht? Bei einem professionellen Managed Hosting Provider sind sie mindestens genauso sicher vor Verlust oder Missbrauch wie bei einer internen Lösung. In der Regel sind die Sicherheitsvorkehrungen jedoch noch deutlich höher als ein Unternehmen sie sich für seine interne Infrastruktur leistet.

Vereinfacht ausgedrückt: Managed Hosting Provider müssen den mittelständischen Kunden glaubwürdig nachweisen können, dass sie als Provider mit ihrer IT-Infrastruktur Sicherheit und Verfügbarkeit sehr viel besser gewährleisten können, als das in vielen Unternehmen im Eigenbetrieb der Fall ist. Hier ist die Beratung und Erfahrung des Providers gefragt. Statt der reinen Kostengesichtspunkte gewinnen dann Aspekte wie Verfügbarkeit, Servicequalität und Sicherheit stärker an Gewicht.

2. Wie gestaltet sich der Umzug? Was sollten KMU, die sich für die Auslagerung interner IT-Ressourcen entschieden haben, unbedingt beachten?

Oliver Harmel: Bei der Migration einer Infrastruktur vom Managed Hosting Anbieter, profitieren die Unternehmen davon, dass der Aufbau der neuen Lösung parallel zum bestehenden System durchgeführt werden kann. Am Tag x muss nur der Hebel zum outgesourcten System umgelegt werden. Die Migration ist mit einem Roll-back Verfahren abgesichert. Die Kompetenzen eines ausgewiesenen Managed Hosting Providers spiegeln sich vor allem in seinen Erfahrungen wider, einen reibungslosen und sicheren Betrieb gewährleisten zu können. Dazu gehört auch, dass er zusammen mit dem neuen Kunden einen detaillierten Plan für das selektive Outsourcing und den gesamten Rollout entwickelt. Verfügt der Kunde beispielsweise über mehrere in- und ausländische Niederlassungen, sollte der Managed Hosting Provider auch in der Lage sein, eine entsprechend dimensionierte und ausfallsichere Internetverbindung bereitzustellen. Ebenso wichtig wie die Produkte und Services sind die Erfahrungen im Projektmanagement, und dass das Kernprojektteam des Managed Hosting Providers entsprechend zertifiziert ist.

3. Wie sehen typische Hosting-Verträge aus (Mindestdauer, SLAs, Verfügbarkeit, Datenschutzbestimmungen)? Welche sind dabei die wichtigsten Punkte?

Oliver Harmel: SLAs sind eng mit Business Continuity verbunden. Wie lange darf ein Systemausfall dauern, ohne dass dem Kunden des Managed Service Providers daraus ein Schaden entsteht? Das Lösungsdesign muss auf die im SLA zugesicherte Verfügbarkeit abgestimmt sein. Nur so können die getroffenen Vereinbarungen auch eingehalten werden. Tritt bei einer Inhouse-Lösung in der Nacht oder am Wochenende ein Problem auf, wird es erst am nächsten Arbeitstag entdeckt und kann erst dann – zu den eigentlich produktivsten Stunden – gefixt werden. Ein Managed Hosting Provider entdeckt das Problem bei einem Rund-um-die-Uhr-Service zeitnah und kann so für eine Wiederherstellung beziehungsweise einen unterbrechungsfreien Betrieb sorgen.

Voraussetzung für die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen ist die Implementierung von Informationssicherheitsstandards. Exemplarisch hierfür steht der ISO-27001-Standard für Informationssicherheit. Die Zertifizierung nach ISO-27001 erfordert unter anderem einen eigenen Business-Continuity-Plan, ein Team für das Informationssicherheits-Management sowie Prozessabläufe, deren Einhaltung regelmäßig extern geprüft wird.

4. Welche Hosting-Varianten eignen sich besonders für Mittelständler? Dedicated Server, Virtual Server, Managed Hosting, etc.?

Oliver Harmel: Ohne die genaue IT-Landschaft und die Zielsetzung eines Unternehmens zu kennen, lässt sich keine generelle Aussage zu möglichen Hosting-Varianten treffen. Die Auswahl der richtigen Technologie und Plattform hängt sehr stark von den Applikationen, der Auslastung der Plattform und den Zugriffszahlen ab. Beispielsweise sind Unternehmensapplikationen mit statischen Daten und stabilen Zugriffszahlen mit einem Virtual Private Server gut beraten. Sobald von einem dynamischen Verhalten und einer schwankenden Serverauslastung ausgegangen wird, ist die dedizierte- oder Mehrserverlösung für die Sicherstellung der Verfügbarkeit meist unausweichlich. Managed Hosting als Rundum-Paket ist vor allem für Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen attraktiver zu bewerten. Dynamische Unternehmen sollten bei der Anbieterauswahl in jedem Fall auf Möglichkeiten der Skalierung von dedizierten Servern zu Mehrserverlösung achten. Zur optimalen Ressourcenausnutzung sind unter anderem Virtualisierungstechnologien zur effizienten Auslastung der dedizierten Server heranzuziehen.