Managed Hosting for Dynamic Enterprises
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18 Mai 2010

Selber machen oder machen lassen?

Von: Daniel Eberhardt, Solution Consultant bei NTT Europe

Mittelständler, die ihre IT-Ressourcen konsolidieren und eine für sie ausgewogene Balance zwischen interner und externer IT-Infrastruktur definieren wollen, können Virtualisierungsservices eines Managed-Hosting-Providers in Anspruch nehmen, um die Flexibilität und Verfügbarkeit ihrer IT zu erhöhen.

Wer fünf Experten um eine Beschreibung von „Virtualisierung“ bittet, erhält mindestens fünf unterschiedliche Definitionen. Das Spektrum der Antworten reicht dabei von der Server-, Storage- und Softwarekonsolidierung bis hin zu Load Balancing und Disaster Recovery. Eine Kombination aus Konsolidierung und Load Balancing findet sich in vielen virtualisierten Umgebungen. Die Begriffsbestimmungen sind immer auch abhängig von der Sichtweise des Experten, sei es ein CPU-Produzent, ein Server- oder ein Softwarehersteller. Da ein Managed-Hosting-Anbieter Unternehmen eine virtualisierte IT-Infrastruktur bereitstellt und die Virtualisierungsapplikation betreibt, betrachtet er die Virtualisierung aus Anwendungs- beziehungsweise Servicesicht.

Gerade für mittelständische Unternehmen sind die Gründe für den Einsatz virtualisierter Infrastrukturen einleuchtend. Sie stehen vor denselben IT-Herausforderungen wie größere Betriebe, wenn sie dem steigenden Bedarf an neuen IT-Funktionen und -Services gerecht werden wollen. Mit einer geringeren Zahl von IT-Mitarbeitern und beschränkten IT-Budgets ist es jedoch schwierig, den täglichen Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig in neue strategische Projekte zu investieren, die dem langfristigen Wachstum des Unternehmens dienen.

Einen Weg, um diese Herausforderungen zu bewältigen, bietet die Nutzung der Virtualisierungsservices eines Managed-Hosting-Providers, der die Verantwortung für den Betrieb der physischen und virtuellen Infrastruktur trägt. Das gibt Mittelständlern die Gelegenheit, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Zu den typischen Merkmalen der Servervirtualisierung gehört die Trennung der Hardwareinfrastruktur von der darüber angesiedelten Software: Eine Virtualisierungsschicht entkoppelt die Hardware (Prozessor, Hauptspeicher, Festplatte) vom Betriebssystem und den Applikationen. Dabei übernimmt die direkt auf der physikalischen Hardware installierte Virtualisierungsschicht die Aufgaben eines herkömmlichen universellen Betriebssystems. Die Virtualisierungsschicht (auch als Hypervisor Layer bezeichnet) ermöglicht und kontrolliert den Zugriff der virtuellen Maschinen auf die Hardware des physischen Servers (Host) und ist für die Ausführung sowie Ressourcenverwaltung und -zuordnung der virtuellen Maschinen (VMs) zuständig.

Flexibilität durch dynamische Ressourcennutzung

Jede VM verfügt über ihr eigenes Betriebssystem, das wiederum mit individuellen Anwendungen und Diensten versorgt ist. Die einzelnen VMs sind voneinander isoliert und können daher unterschiedlichste Applikationen und Betriebssysteme parallel auf einem Server bereitstellen. Mehr noch: Jede VM lässt sich einzeln schließen und starten, ohne dass andere VMs davon etwas merken. Durch die Verknüpfung der Anwendungen mit jeweils „eigenen“ VMs lassen sich problemlos Patches und Upgrades aufspielen und in einer abgeschlossen Systemtestumgebung prüfen, ohne den Betrieb anderer Applikationen zu stören. Im idealen Fall können Kunden eines Managed-Hosting-Providers ihre virtuellen Maschinen auf der dediziert bereitgestellten Virtualisierungsinfrastruktur selbstständig administrieren und beispielsweise auch Snapshots anlegen, um verschiedene Versionsstände zwischenzuspeichern oder im Fehlerfall die VM aus einem sicheren Snapshot wiederherzustellen.

Die Verwendung spezieller Features von Mehrprozessor- und Mehrkernsystemen ist ebenfalls möglich. Insbesondere Datenbank-, Messaging-, Streaming-Media- und andere Multi-Threaded-Applikationen profitieren von Mehrprozessorservern, bei denen die höhere Rechenleistung auf mehrere, parallel arbeitende virtuelle Maschinen verteilt wird, was die Anpassungsfähigkeit einer virtualisierten Infrastruktur fördert.

Die Flexibilisierung der Ressourcen zeigt sich auch in deren Verwaltung. So können Administratoren ihre virtuellen Maschinen von einem auf einen anderen Server verschieben, um notwendige Ressourcen freizugeben oder zusätzliche abzurufen. Da diese Aufgaben im laufenden Betrieb vorgenommen werden können, kommt es zu keinen Ausfallzeiten. Auch für Wartungs- und Business-Continuity-Anforderungen oder Load Balancing lassen sich die VMs dynamisch verwalten, während User ihre Applikationen nutzen. Der Managed-Hosting-Anbieter NTT Europe Online etwa setzt in seinen Rechenzentren Virtualisierungstechnologien von VMware ein. Als einen großen Vorteil der Virtualisierung mit VMware betrachtet das Unternehmen, dass die Zugriffe von den VMs auf die Hardware nur mehr oder minder durchgereicht werden, womit sich eine stabil hohe Performance erzielen lässt.

Vierstufige IT-Architektur


VMware Infrastructure verfügt über ein Clusterdateisystem, das speziell für die Virtualisierung entwickelt wurde. Das VMFS (Virtual Machine File System) bietet volle Unterstützung für die Livemigration. Aber auch wenn es um das Thema Business Continuity (unter Einbeziehung einer virtualisierten Storageumgebung) und Verfügbarkeit geht, erweist sich das Clusterdateisystem als nützlich. Business Continuity wird damit zu einem wesentlichen Baustein einer vierstufigen IT-Architektur, deren Unterbau die Virtualisierung liefert. Eine vierstufige IT-Architektur umfasst die Bereiche Entwicklung, Test (Staging), Produktion und Backup/Recovery (Business Continuity). Die einzelnen funktionalen Bestandteile dieses Modells sind auf unterschiedlichen virtuellen Rechnersystemen einer physischen Infrastruktur untergebracht.

Die wichtigsten Vorteile einer virtualisierten Umgebung lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:

  • Durch die Konsolidierung lässt sich die Zahl der physischen Server deutlich reduzieren und die Serverinfrastruktur ist einfacher zu verwalten. Schätzungen von Experten zufolge kann durch die Serverkonsolidierung die Auslastung vorhandener Hardware von zehn bis 15 auf bis zu 80 Prozent gesteigert werden.
  • Eine virtualisierte Infrastruktur ermöglicht mehr Flexibilität, denn Ressourcen können passgenau eingesetzt werden. Aus Unternehmenssicht lässt sich mit einer solchen Infrastruktur besser auf unvorhersehbare oder kurzfristige zusätzliche Leistungsanforderungen reagieren.
  • Eine Virtualisierungslösung steigert die Verfügbarkeit von Servern. Sie bietet dazu beispielsweise Funktionen, um den für eine Aufgabe am besten geeigneten Server aus einem vorhandenen Ressourcenpool auszuwählen. Weitere Features unterstützen Administratoren dabei, mögliche Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen und ermöglichen eine verbesserte Kapazitätsplanung.